Testament bedeutet nicht sofortige Liquidität - Nachlass-Expertin mahnt realistische Erwartungen an
Ein Testament ist kein Auszahlungsversprechen. Darauf weist die Nachlass-Expertin und Testamentsvollstreckerin Melanie Loewe in einem aktuellen Fachbeitrag hin. In der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere bei gemeinnützigen Organisationen wird der Zeitpunkt des tatsächlichen Mittelzuflusses häufig unterschätzt. Zwischen testamentarischer Zuwendung und Verfügbarkeit des Vermögens liegen in der Praxis komplexe Abwicklungsprozesse.
Nachlassabwicklungen sind selten geradlinig. Offene Verbindlichkeiten, Pflichtteilsansprüche, Immobilienfragen, behördliche Verfahren oder schlicht ungeklärte Zuständigkeiten können den Prozess erheblich verzögern. Wer hier mit schnellen Einnahmen rechnet, riskiert Fehlplanungen - finanziell wie organisatorisch.
Gerade Stiftungen und Organisationen, die testamentarische Zuwendungen als Teil ihrer langfristigen Finanzierung betrachten, stehen vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen einerseits professionell und zurückhaltend agieren, andererseits den Abwicklungsprozess aktiv begleiten. Ein Testament ersetzt keine strukturierte Nachlassarbeit.
Melanie Loewe plädiert dafür, Nachlässe nicht nur juristisch, sondern auch operativ und kommunikativ ernst zu nehmen. Der Umgang mit Immobilien, Außenwirkung im lokalen Umfeld und die Koordination mit Gerichten und Behörden haben unmittelbaren Einfluss auf Dauer, Erfolg und Reputation einer Organisation.
Der vollständige Beitrag beleuchtet die typischen Bruchstellen zwischen Erwartung und Realität und zeigt auf, warum professionelles Nachlassmanagement kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender Faktor ist.
Weiterführender Fachbeitrag:
👉 https://stiftungsmarktplatz.eu/blog/testament-heisst-nicht-dass-direkt-geld-kommt/
