Nachlassabwicklung als Verantwortungsthema: Melanie Loewe zu Gast beim StiftungsApéro in Berlin
Beim Berliner StiftungsApéro im Rahmen der Sommertour 2025 war die Nachlass-Expertin Melanie Loewe als Gesprächspartnerin zu Gast. Die Veranstaltung, ausgerichtet vom Stiftungsmarktplatz.eu in Kooperation mit der Deutschen Kleiderstiftung, brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Stiftungen, Beratung und Zivilgesellschaft zum fachlichen Austausch zusammen.
Im Mittelpunkt der Gesprächsrunde stand die Frage, wie Stiftungen mit unerwarteten Erbschaften umgehen und welche strukturellen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen sich in der Nachlassabwicklung zeigen. Melanie Loewe brachte dabei ihre Perspektive aus der praktischen Nachlassarbeit ein und machte deutlich, dass Nachlässe für Stiftungen kein Randthema, sondern ein verantwortungsintensiver Prozess mit erheblichem Risiko- und Konfliktpotenzial sind.
„Nachlässe entstehen häufig überraschend und treffen Organisationen in einer Phase, in der weder klare Zuständigkeiten noch belastbare Prozesse vorhanden sind“, so Loewe. Gerade Pflichtteilsansprüche, ungeklärte Vermögenswerte oder Zeitdruck in der internen Organisation könnten dazu führen, dass Werte verloren gehen oder Konflikte eskalieren.
Die Diskussion machte deutlich, dass es für Stiftungen nicht ausreicht, testamentarisch bedacht zu sein. Entscheidend sei vielmehr, wie professionell und strukturiert die Abwicklung erfolgt, damit das Vermögen tatsächlich wirksam der gemeinnützigen Arbeit zugutekommt. Nachlassabwicklung sei kein administrativer Nebenaspekt, sondern eine strategische Aufgabe mit Auswirkungen auf Reputation, Vermögenssicherung und interne Belastung.
Der StiftungsApéro bot den Rahmen für einen offenen Austausch zwischen Praxis, Beratung und Stiftungsgremien und zeigte, wie groß der Bedarf an Orientierung und professioneller Begleitung in diesem Bereich ist.
